Dein Gearscore?

Donnerstag, 22. Oktober 2009

EJ vs. Ensidia

Wie Tun (Feral Druid von Ensidia) in seinem Blog schreibt und man auch an den Kommentaren ablesen kann, gab es, nicht zum ersten Mal, deutliche Kritik an EJ von Seiten der erfolgreichsten PvE-Gilde überhaupt.
Da ich nun selbst Autor bei EJ bin, kann man meine Neutralität in der Beurteilung natürlich etwas in Frage stellen, dennoch muss ich unbedingt meinen Senf dazugeben:

EJ ist ein Theorieforum (genauer gesagt das öffentliche Theorieforum einer wirklich nicht unerfolgreichen Gilde (derzeit Top 100 der Welt). Egal wo man etwas über WoW liest, wenn es um PvE-Theorie geht, landet man früher oder später dort, und findet meist auch, was man suchte.
Warum eigentlich?
Der Hauptgrund, warum EJ zu Topseite in Sachen Theorycrafting geworden ist, ist meiner Meinung nach der Umgang mit Forenmitgliedern. Die Mitgliedschaft (und damit die Möglichkeit, dort Postings zu hinterlassen) wird als Privileg betrachtet, das man sich mit Verstoß gegen die ziemlich harten Forenregeln sehr schnell verspielen kann. Das Durchsetzen dieser Regeln wird geradezu zelebriert, und auf diese Weise wird die Seite mit brutalem Bannen von Autoren, die nichts Sinnvolles beitragen oder sich sonstwie nicht zu benehmen wissen, werden sehr deutlich verwarnt und auch zügig rausgeworfen, wenn keine Besserung in Sicht ist oder das Niveau vollkommen unterirdisch war.
Auf diese Art und Weise ist das Forum bemerkenswert sauber, obwohl es sehr stark frequentiert wird (die meisten Hauptthreads haben Klickzähler im Millionenbereich) und das Lesen in den teilweise extrem langen Threads ist meist erkenntnisreich.
Natürlich gibt es jeden Tag wieder irgendwelche Clowns, die fragen, was der beste Blut-DK-Spec ist, aber im Gegensatz zu jedem anderen Forum sind die Beiträge kurze Zeit später nur noch im "Banhammer", dem öffentlichen Pranger von EJ, zu finden.

Was kritisiert Ensidia eigentlich?
Erst einmal möchte ich klarstellen, dass Ensidia als Gilde gar nichts an EJ kritisiert, sondern nur einige Member. Bei dem oben beschriebenen Vorfall hat "Tun" den glorreichen Einfall gehabt, den Theoretikern bei EJ in ihrem Hauptthread vorzuwerfen, dass die Ergebnisse der Simulatoren (Rawr und Simcraft offenbar) zum einen nicht den DPS entsprechen, die er selbst fährt und außerdem um etwa 500 DPS auseinanderliegen und somit gar nicht richtig sein können. Eoys (Schattenpriester) Kommentar dazu war einfach "EJ sucks, nothing new" und an anderer Stelle schreibt "Buzzkill" (Hexer) hämisch, dass die Leute auf EJ ohnehin nur Vakuum-Patchwerks verprügeln würden ohne je etwas gelegt zu haben, bevor es generft wurde, und wären auch noch stolz auf ihre "Basic Excel Skills".
In den weiteren Kommentaren bekommen die drei viel Zustimmung, was in ihrem Hausforum nicht weiter verwunderlich ist - Beiträge wie "Tun, you are the best!" sind dort relativ normal, bei EJ wären sie mit der Verwarnung "Do not post unless you have something new and worthwhile to say." gelöscht worden.

Haben Sie recht?
Zum einen spielt der Ton natürlich die Musik, und im Ton vergriffen haben sie sich ganz eindeutig. Aber die sachliche Seite ist natürlich wichtiger. Also gehen wir es mal durch:

Tuns Vorwurf, die Simulationsergebnisse könnten so nicht richtig sein.
Da ich selbst eine (schwache) Simulation für Hexer geschrieben habe, kann ich nur sagen: Natürlich nicht. Das hat auch nie jemand behauptet. Die Grundidee der Simulation ist, die (Spiel-)Realität so gut wie möglich abzubilden. Alle (guten) WoW-Simulatoren sind öffentlich, d.h. jeder programmier- und mathematikinteressierte Mensch kann sich angucken, wie sie exakt arbeiten, und wenn sie offensichtliche Fehler enthalten, werden diese durch die Community zügig entdeckt und ausgemerzt. Viele Simulationen enthalten aber nicht alle Parameter, die im Kampf eine Rolle spielen, oder vereinfachen sie ein wenig. Zum Beispiel gibt es eine Größe "Lag", mit der ich künstlich Lag simuliere. Ob diese sich nun exakt so auswirkt wie "echter" Lag im Spiel, ist reine Mutmaßung. Ähnliches gilt für die Uptimes von temporären Buffs uvm.
Im Allgemeinen sind diese Simulationen also nicht perfekt, aber das sollten sie auch nicht sein! Sie sollen nur so gut wie möglich sein. Und wenn sie bis auf 10% an "reale" Ergebnisse reichen, ist das ein ausgesprochen gutes Ergebnis. Eine solche Genauigkeit genügt bereits vollkommen, um Fragen wie "Ist 12 Crit Rating besser als 8 Haste Rating?" zuverlässig zu beantworten - und mit gesundem Menschenverstand ist diese Frage einfach definitiv nicht zu beantworten.

"Vacuum Patchwerks" und "Basic Excel Knowledge"

"Vacuum Patchwerks" ist ein Vorwurf, den sich Simulationen lange gefallen lassen mussten, denn sie simulierten zumeist stationäre Kämpfe ohne Zielwechsel oder Unterbrechungen. Schon damals war der Vorwurf albern: Was bei einem stationärem Kampf besser ist, wird bei einem mobilen nicht plötzlich viel schlechter sein als alles andere. Aber der Vorwurf ist ohnehin überholt: Moderne Simulationen wie SimCraft lassen gelegentliche Bewegung als Simulationsparameter zu, und ebenfalls Zielwechsel oder suboptimale Buffsituationen.
"Basic Excel Knowledge" ist ebenfalls total daneben, zum einen sind viele Simulationen mittlerweile "echte" Simulationen, die einen Kampfverlauf simulieren, und keine Spreadsheets mehr, zum anderen kann man auch mit Spreadsheets erstaunlich gute Simulationen schreiben. Man braucht bei dem Kram des öfteren Reihenbildung, viel Wahrscheinlichkeitsrechnung und vor allem gute mathematische Modelle. Es gibt eine Menge Leute, die dieses Handwerkszeug mit sich bringen, aber ein Volkshochschulkurs "Excel in 3 Tagen" reicht dafür definitiv nicht.

"Leute, die nie etwas vorm 100sten Nerf gelegt haben"

Das würde ich so auch nicht sagen. Wenn man die Chars der Mainposter anguckt, sieht man meist Spieler in den Top500-Gilden, und auch wenn das keine Worldfirstkill-Spieler sind, sie sind doch ganz klar überdurchschnittlich erfolgreich.


Summa summarum habe ich den Eindruck, diese Herren sind einfach etwas geblendet vom eigenen Erfolg. Natürlich sind sie Topspieler, aber daraus zu schließen man wüsste alles, ist bestenfalls gewagt. Und einer Theorieseite vorzuwerfen, alles was sie schreiben wäre "bloß Theorie", ist auch nicht übermässig clever. Ich geh ja auch nicht zum Gemüsehändler und sage ihm "Bist du blöd, es gibt im Leben noch was anderes als Gemüse!".

Dienstag, 20. Oktober 2009

It's over nine thousand!

Die Ankündigung dieser Heldentat hat meinen eingeschlafenen Achievementeifer wieder ein wenig geweckt, Exakt 365 Punkte fehlen mir noch bis zur 9000er-Marke, die ich vor 3.3 zu knacken gedenke. Folgende Achievements scheinen mir dabei noch halbwegs gut machbar:

  1. Kohlrabi (10) -> Ruhm des Helden (25)
  2. Auf die Piste (10)
  3. Ehrenamtliches Wildherz (10)
  4. 25k ehrenhafte Siege (10)
  5. Gnadenlos ehrgeizig (10)
  6. Uralter Hofbeschützer (10)
  7. Der tödlichste Fang (10)
  8. Die Orakel (10)
  9. Eismammut (10)

Alles andere dauert entweder relativ lange oder erfordert Raids - mal schauen, ob ich es hinkriege!

Dienstag, 13. Oktober 2009

Auf zu neuen Ufern!

Nein, ich bin nicht Aion verfallen, sondern habe lediglich die Gilde gewechselt. Im Sommerloch bin ich der alten zwar treu geblieben, aber sie besitzt aus meiner Sicht einfach nicht genug Potential, und der Grund dafür ist ganz klar in der Führungsebene zu suchen: Es gab da den Gildenleiter und einen Offi, die besser nicht hätten sein können, aber höchstens 50% Anwesenheit aufwiesen, und Ersatzleute, die sich hauptsächlich darauf verstanden, das Raiden so unerfolgreich und gleichzeitig unattraktiv wie möglich zu gestalten. In der Zeit, in der ich der Gilde treu blieb, hat nach meinem Empfinden eine Fluktuation in Größe der Gilde stattgefunden, sprich gut 30 Leute sind gekommen und vor allem auch gegangen.
Meine neue Gilde hat einen harscheren Ton, aber sie hat vor allem auch sehr, sehr gute Spieler en masse. Im Damagemeter kämpfte ich um eine Position im oberen Drittel, mehr war nicht drin - da bin ich ganz anderes gewohnt. So muss es sein, ich fühle mich spielerisch wirklich gefordert und endlich angekommen. Fragt sich, ob ich bleiben darf! In einer Woche weiß ich es genauer. Einziger Wermutstropfen sind, soweit ich das sehen kann, die Setups: Castersupport ist Fehlanzeige, während die (im DPS auch völlig uneinholbaren) Melees alles, aber auch alles haben, was man sich wünschen kann. Ich sehe mich schon bald als permanenten Illidan-Verschnitt rumlaufen, vor allem wenn ich die Patchnotes richtig deute.
Nebenbei gehen mir die (machbaren) Achievements langsam aber sicher aus, etwa 30 gibt es noch, die ich ohne Raids oder PvP-Exzesse schaffen kann. Ich liebäugele allen Ernstes mit "Insane in the Membrane", weil man es solo machen kann :-)